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Neue Akzente für den wachsenden Bürostandort City Süd

Attraktivität der Lage am Kanal wiederentdeckt - Vermieter wünschen sich zentral gelegene Flächen - Mietpreise um elf Euro pro Quadratmeter

Die City Süd erlebt gegenwärtig eine neue Aufbauphase. Im Zeichen kostenbewußter Investoren und Mieter wird der Standort im Anschluß an die Innenstadt in den nächsten Monaten erheblich erweitert. Dabei ist eines der größten Projekte der Neubau der Haspa an der Eiffestraße - ein Bau mit 46 000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche und einem Investitionsvolumen von 120 Millionen Euro. Realisiert wird das Projekt von der Deutschen Immobilien AG (DIA), die sich selbst in der City Süd angesiedelt hat, nämlich im "Haus am Mittelkanal" in der Wendenstraße 21.

Das Projekt besteht aus zwei Gebäudeteilen: dem Vorderhaus, das Architekt Bernd Leusmann konzipierte, und dem verspielten Hinterhaus der Architekten Schenk-Waiblinger, das einzelne Geschosse wie Schubladen über das Wasser kragen läßt. Das Ensemble mit rund 16 000 Quadratmetern ist zu 70 Prozent vermietet. Die Preise liegen bei 11,90 Euro pro Quadratmeter und Monat. Wer im Konferenzsaal der DIA gesessen hat, kennt die Möglichkeiten des Standortes, die zum Teil noch nicht ausgereizt sind: Die City Süd besitzt das Potential eines Venedig der Kontorhäuser. Während die Architektur nach überkommener Industrietristesse in dem einst zerbombten Stadtteil bereits Glanzlichter setzt, darunter der Berliner Bogen, Doppel-X-Haus (Becken/Bothe Richter Teherani), aber auch das kleine Kontorhaus von Schenk-Waiblinger, liegen die Kanäle meist ungepflegt mit verwucherten Uferkanten da, und niemand scheint, aufs Wasser zu schauen. Dabei könnte die städtebauliche Lage einmalig sein, würde man nur ein wenig ausbessern, zupfen und pflegen. Vor allem die S-Bahn an der Hammerbrookstraße benötigte dringend eine Reinigungskur. Die Trasse hat durchaus Slum-Qualität.

Auf dem Bürohaussektor geht es unterdessen weiter voran. "Die Mieter wünschen sich sparsame und effiziente Flächen", weiß DIA-Prokurist Daniel J. Gedack. In guten Zeiten freuten sich Interessenten über günstige Mieten, in schlechten seien die Kosten eine Grundsatzfrage, sagt Gedack, der Leiter für Vermietung und Vermarktung ist.

Daß die City Süd weitere städtebauliche Politur benötigt, bestreitet auch der Immobilien-Experte nicht. Den Ruf nach mehr Wohnungsbau aber versteht er nicht. "Die City Süd ist ein funktionierender Bürostandort, der bestens an das Verkehrsnetz angebunden ist. Eine ausbaufähige Wohnadresse aber ist es nicht." Bei der Nahversorgung seien die Defizite unterdessen ausgeglichen. Vor allem an der Hammerbrookstraße hätten sich eine ganze Reihe von kleinen Läden, Imbissen und Gastronomie angesiedelt, die den insgesamt 22 000 Menschen, die hier für 1100 Firmen arbeiten, Mittagessen nach internationaler Speisekarte böten, so Gedack.

Kein Wunder, daß die nächsten Neubaupläne bereits auf dem Tisch liegen. Die DIA hat ihr Konzept für das Projekt H 47 fertig, das an der Hammerbrookstraße 47 rund 11 500 Quadratmeter Bürofläche schaffen soll, die ebenfalls für 11,90 Euro pro Quadratmeter angeboten werden. Baubeginn ist Anfang des kommenden Jahres. Das Investitionsvolumen liegt bei 20 Millionen Euro.

In eigener Sache plant die Deutschen Immobilien AG, die aus der 1992 gegründeten DSR Immobilien GmbH (Rostock) hervorgegangen ist und 60 Mitarbeiter beschäftigt, unterdessen, aus alter Verbundenheit zum Wasser einen neuen Firmensitz am Dalmannkai zu bauen - das ist in der Hafencity gleich neben der Elb-Philharmonie.  gs


Artikel erschienen am Sam, 4. Dezember 2004

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