Niedrigere Büromiete durch FlächentauschImmobilienumsätze und Leerstände steigen - Hamburg im Vermittlungsgeschäft bundesweit SpitzeAm Hamburger Markt für Büroimmobilien entwickelt sich verhaltener
Optimismus. In der Hansestadt gehen die Vermittlungsgeschäfte besser als
in allen anderen deutschen Immobilienhochburgen. Der Umsatz an vermieteten
Quadratmetern nach drei Quartalen hat schon jetzt in etwa das Ergebnis des
gesamten Vorjahres erreicht. Rund 320 000 Quadratmeter verzeichnen
die aktuellen Bilanzen des Beratungsunternehmens Atis Real Müller
International. Und auch bei Jones Lang LaSalle bestätigt man den Trend.
Dabei ist der jüngste Vermietungserfolg mit mindestens 10 000
Quadratmetern für Airbus-Servicebereiche am Harburger Binnenhafen noch
nicht eingerechnet. Und da für das vierte Quartal noch eine ganze Reihe
von Abschlüssen anstehen, hält es JLL-Statthalter Michael Fritz im
günstigen Fall nicht für ausgeschlossen, daß die 400 000
Quadratmeter-Marke zum Jahreswechsel erreicht wird. Prognosen hatten mit
einer Obergrenze von 350 000 Quadratmetern gerechnet. Trotz steigender Umsätze haben die Leerstände noch einmal leicht
zugenommen, belegt die Atis-Müller Bilanz. Das weise darauf hin, daß die
Unternehmen die günstigen Marktbedingungen zum Flächentausch nutzen,
bestätigt der Hamburger Büroleiter Marcus Zorn. Dabei wurden knapp 60
Prozent der Umsätze mit großflächigen Abschlüssen erzielt, der größte ist
die Vermietung von 42 000 Quadratmetern an die Haspa. Aber auch ohne diesen Vertrag, so Zorn, wäre der Hamburger Markt im
Plus. Zu den bevorzugten Lagen zählen weiter die engere und erweiterte
Innenstadt und die City Süd. Die Leerstände addieren sich auf gut
900 000 Quadratmeter bei einem Gesamtbestand von rund zwölf Millionen
Quadratmetern. Unter den leerstehenden Flächen sind aber nur zu einem
Drittel Neubauten. Und die spekulativen Neubauprojekte gehen weiter
zurück, so daß die Berater damit rechnen, daß die Leerstandsrate ihren
Höhepunkt demnächst erreicht. Die Mietpreise sind allerdings weiter unter
Druck. Die Spitzenmieten liegen bei knapp 20 Euro pro Quadratmeter und
Monat. Das ist vielerorts Anlaß dafür, daß die Vermieter bislang den
Optimismus der Makler nur begrenzt teilen. Immerhin gab es einige
preisliche Ausreißer. Atis-Müller notiert Abschlüsse in der Innenstadt bis
22 Euro. Für den Aufwärtstrend ist einmal mehr Hamburgs Branchenvielfalt
verantwortlich, notiert Fritz. Vor diesem Hintergrund ist es nicht
verwunderlich, daß auf der Immobilienmesse Expo Real in München am
Hamburger Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderungsgesellschaft beste
Stimmung herrschte. Die Hansestadt war im Vergleich zu anderen
Bundesländern, darunter auch Bremen, der Fläche nach vergleichsweise
bescheiden präsent. Das Echo allerdings war glänzend. Das Projekt
Hafencity erfährt weiter großes Interesse, auch weil
Stadtentwicklungssenator Michael Freytag das Ansiedlungsinteresse zweier
weiterer Großunternehmen ankündigte - das eine aus der Reederei - das
andere aus der Maschinenbaubranche. Blickpunkt war vor allem das Modell des Bürohauses Dockland, das die
Robert Vogel KG auf der Messe vorstellte, und das mit seiner glasklaren
Architektur Furore machte. Schulterklopfen gab es auch für die Deutsche
Immobilien AG, die soeben für die Haspa den Neubauauftrag für das
Geschäftshaus in der City Süd an Land zog, das mit der Unterzeichnung des
Mietvertrages die Umsatzzahlen des Büromarktes in die Höhe trieb,
berichtete Daniel J. Gedack, Prokurist der Deutsche Immobilien
Vermittlungs- und Beratungsgesellschaft mbH. Zufriedene Gesichter auch bei den Investoren am Harburger Binnenhafen.
So notierte Arne Weber (HC Hagemann), daß Senator Freytag explizit den
Channel Hamburg als Südachse der Hafencity beschrieb. Lange Zeit galt
dieses Areal den Planern nämlich eher als Konkurrenz zum Musterquartier
südlich der Innenstadt. Jetzt paßt das Harburger Technologie-Dorado zum
geplanten Sprung über die Elbe. gs Artikel erschienen am Mon, 11. Oktober 2004 |
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