Die moderne Art der Sommerfrische

A-Rosa Resort in Travemünde. Mit einem Aufwand von 45 Millionen Euro wurde das denkmalgeschützte Kurhaus umgebaut.

Von Dagmar Gehm

Thomas Manns Roman-Familie "Die Buddenbrooks" pflegte die Sommerfrische selbstverständlich im "Kurhaushotel" in Travemünde zu verbringen. Eine echte Zeitzeugin späterer Jahre ist Lübecks "Grande Dame" Lisa Dräger. Der historische Wintergarten, der heute das "Marktrestaurant" des "A-ROSA" beherbergt, regte die große Mäzenin zu einer Zeitreise in jene vergangene Ära an, als die feine Gesellschaft zwischen Bällen im Kursaal und Roulette-Runden im benachbarten Spielcasino flanierte: "Mit meinem Mann und den vier Kindern habe ich am Wochenende so manchen Kaffee im lieben, alten Kurhaus getrunken. Vieles ist mir noch vertraut, an diesen Neubau werde ich mich wohl noch gewöhnen."

Der architektonische Brückenschlag zwischen Gestern und Heute scheint gelungen. Wie selbstverständlich wurde das denkmalgeschützte Kurhaus - 1803 im neoklassizistischen Stil vom dänischen Hofdekorateur Joseph-Christian Lillie erbaut und 1912/13 von den Hamburger Architekten Georg Radel und Franz Jacobsen umgestaltet - vom Lübecker Architekturbüro Riemann in die frische, transparente Optik mit viel Glas des neuen A-ROSA Resorts eingebettet.

Ideengeber und Investor des zweiten A-ROSA Resorts in Deutschland - das erste wurde 2004 am Scharmützelsee eröffnet - ist Horst Rahe, visionärer Reeder und Aufsichtsratsvorsitzender der Arkona AG, einer hundertprozentigen Tochter der Deutschen Seereederei GmbH, zu der auch das Hotel Louis C. Jacob in Hamburg gehört. In das A-ROSA Travemünde wurden 45 Millionen Euro in Um- und Ausbau investiert: "Die Arkona AG hat sich auf die Fahne geschrieben, die alte Seebädertradition fortzusetzen", versichert Horst Rahe.

Auf drei Säulen ruht nun das neue Konzept des alten Hauses: Strandurlaub mit viel "Genuß bei gesunder Ernährung". Dazu stehen im "Marktrestaurant", wo die Köche die Speisen vor den Augen der Gäste zubereiten, auch Ökotrophologen als Ernährungsberater zur Seite. Im historischen Lübeckzimmer mit Stuckverzierungen an den hohen Decken und feinen Korbstühlen befindet sich jetzt das "Buddenbrook Restaurant", ein Gourmetlokal für gehobene französische Küche mit nur 28 Plätzen. Nur von außen zu erreichen ist die "Weinwirtschaft" mit offenem Kamin und großer Sonnenterrasse. Dort werden Verkostungen und Verkauf von 180 Weinen angeboten, dazu Kleinigkeiten wie Tapas ab 2,80 Euro oder Deichlammleber mit Rotweinschalotten und Kerbelrösti für 12,50 Euro.

Die zweite Säule heißt Bewegung und Sport auf Golfplätzen mit insgesamt 96 Löchern, die sich im Umkreis von 15 Autominuten befinden. Oder bei Ausritten, Radtouren und Wanderungen am Sandstrand zum Brodtener Steilufer und auf dem Priwall. Zum Sonnenbaden stehen für die Gäste eigene Strandkörbe im Garten. Im gut bestückten Fitnessraum arbeitet ein "personal trainer" individuelle Trainingsprogramme aus. Außerdem stehen Kurse wie Aqua Fitness, Qi Gong, Tai Chi, Pilates, Yoga und Nordic Walking auf dem Plan.

Die dritte Säule heißt Prävention. Über zwei Ebenen erstreckt sich das SPA-ROSA unter der Leitung von Martina Schumann, das den Anspruch als modernstes Thalasso-Zentrum Deutschlands erhebt. Eine direkte Pipeline, die 300 Meter weit in die Ostsee ragt, pumpt gefiltertes Meerwasser in Sprudel-, Algen- und Meersalzbäder und sorgt für authentische Thalassotherapie. Drei Pools, sechs verschiedene Themensaunen, Beauty, Mental Training und zahlreiche fernöstliche Behandlungen wie Ayurveda und Shiatsu zeigen den ganzheitlichen Ansatz des Hauses. Er findet nach der Philosophie von Feng Shui auch in der Ausrichtung der 164 Zimmer und 41 Suiten mit drei Etagen im Alt- und fünf Etagen im Neubau wieder.

210 junge Mitarbeiter unter der Regie von Direktor Frank Nagel sorgen dafür, daß die neue Art der Sommerfrische Travemünde wieder so attraktiv macht wie damals, als Familie Dräger von der Terrasse des alten Kurhauses die Schiffe beobachtete.

erschienen am 8. Oktober 2005

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